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„Sie ist eine richtige Rampensau“

22.03.2025, 07:30 Uhr in PrimaSonntag
Collage Jamila

HÖSBACH (ps). Jamila-Maria liebt es zu reisen, auf der Bühne zu stehen und spielt gerne mit ihren Freunden. Sie geht zum Ringen, zum Tanzen und ist bei der Feuerwehr - genau wie alle anderen Kinder auch. Aber eines unterscheidet die Grundschülerin aus Hösbach von den Kindern aus ihrer Klasse: Sie hat Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom.Ihre Mutter Carmen Schüßler setzt sich für mehr Akzeptanz und Verständnis ein und möchte werdenden Eltern Mut machen, die mit der Diagnose Down-Syndrom kämpfen.

„Die Schwangerschaft an sich war unbeschwert, ich wollte absichtlich nicht aufs Down-Syndrom testen lassen. Ein Kind kommt, so wie es kommt“, erzählt Carmen Schüßler. „Ich war schon 46, als ich nochmal schwanger wurde. Als dann klar war, dass Jamila Down-Syndrom hat, war ich natürlich auch traurig. Klar ist es schwierig, der Traum vom gesunden Kind bricht erstmal zusammen.“ Den Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. 03. (weil das 21. Chromosom dreimal vorhanden ist) möchte Carmen Schüßler nutzen, um zu zeigen, dass das Leben auch mit dieser Erkrankung schön sein kann und man nicht allein ist.

„Sie sind nicht weniger liebenswert“
„Ich hab in der Hebammen-Praxis am Klinikum gearbeitet. Der Oberarzt, der wusste dass ich da bin mit Jamila, hat auch teilweise Eltern mit der Diagnose zu uns rübergeschickt und durch unsere Aufklärung und das Kennenlernen mit Jamila hat sie schon drei Babys das Leben gerettet, weil die Eltern sich gegen eine Abtreibung entschieden haben“, erzählt Carmen Schüßler und blickt stolz auf ihre Tochter, die neben ihr am Esstisch sitzt. Durchschnittlich entscheiden sich neun von zehn Frauen und Paare bei der Diagnose Trisomie 21 für einen Schwangerschaftsabbruch. „Wir möchten einfach ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen und Akzeptanz. Menschen mit Down-Syndrom sind genauso Menschen wie wir. Für mich ist Jamila nicht behindert, sondern sie ist gehindert in ihren Fähigkeiten. Das macht sie nicht weniger liebenswert“, stellt Carmen Schüßler klar. „Deshalb auch der Welt-Down-Syndrom-Tag: Menschen mit Trisomie 21 haben Freude am Leben wie wir und Eltern sind mit dieser Diagnose nicht allein. “

Vom Miteinander profitieren alle
Jamila ist überall dabei und liebt es zu tanzen, sie geht zum Ringen und zur Feuerwehr. „Sie ist eine richtige Rampensau“, sagt Carmen Schüßler schmunzelnd. „Einmal im Monat ist Jamila bei der Lebenshilfe unter Gleichgesinnten, ansonsten besucht sie aber ganz normale Vereine. Die anderen Kinder sind ihr Zugpferd.“ Die Grundschülerin freut sich aktuell auf ihre Kommunion. „Sie geht auch ganz normal zum Kommunionsunterricht und wenn sie dort etwas vorliest und länger braucht, verdreht kein Kind die Augen, sie ist total integriert.“ Für Carmen Schüßler ist klar: Von dem Miteinander profitieren alle, Jamila und auch die anderen Kinder. „Sie sehen schnell, dass Jamila zwar anders ist, aber sie lernen Rücksichtnahme und Verständnis. Und für Jamila sind sie ein Ansporn.“ Wie alle Menschen mit Trisomie 21 braucht Jamila sehr viel Förderung, beispielsweise durch Physiotherapie und Sprachtraining. Die vielen Therapiemaßnahmen verlangen der alleinerziehenden Mutter auch finanziell einiges ab. Deshalb hat der Verein GUTHERZIG e.V. ein Spendenkonto eingerichtet. „Ich merke jeden Tag, dass Jamila ihr Leben liebt“, sagt Carmen Schüßler. Und das möchte sie den Menschen mitgeben: Auch mit Down-Syndrom kann das Leben schön sein.


Wer Jamilas Wünsche, Ziele, Erfolge und Therapien unterstützen möchte, kann das über den Verein GUTHERZIG e.V. tun:

Spenden-Konto:

Kontoinhaber: GUTHERZIG e.V.

IBAN: DE31-5019-0000-0007-1626-34

Bank: Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg e.G.

Verwendungszweck : JAMILA