Erinnerung an Todesmärsche durchs Kinzigtal 1945

GELNHAUSEN/BIEBERGEMÜND/WÄCHTERSBACH. Vor 80 Jahren stolperten hunderte halbverhungerte Gestalten durchs Kinzigtal. Sie waren auf dem Weg vom Frankfurter KZ Katzbach nach Hünfeld. Für viele war es ein Marsch in den Tod.
Von Frankfurt übers Kinzigtal nach HünfeldIn der Endphase des zweiten Weltkriegs trieben SS-Schergen tausende Zwangsarbeiter Richtung Osten. So wurden am 24. März 1945 auch 360 KZ-Häftlinge aus Frankfurt los getrieben. Über Hanau ging’s ins Kinzigtal. Fünf Tage später kamen 280 in Hünfeld an, der Rest blieb auf der Strecke. Vor allem hinter Gelnhausen begann das Sterben. Die Amerikaner rückten nach - die SS erschoss duzende Häftlinge, weil sie nicht mehr mithalten konnten. Verscharrt wurden die Leichen von Gemeinde-Totengräbern oder auch von Anwohnern. In Biebergemünd-Wirtheim wurden in den 60er Jahren drei Skelette von KZ-Insassen beim Straßenbau ausgebuddelt. In Wächtersbach-Aufenau stehen am Wochenende duzende zerlumpte Puppen aus Filz auf der Straße. Passanten sollen die Drahtgestalten Richtung Osten tragen - zum Erinnern und zum Niemals-Vergessen.